Deutschland versagt - Die Ukraine braucht mehr Unterstützung

28.04.2022: Die Bundesrepublik hat sich bislang offiziell bei der huminitären Unterstützung der Ukraine zu sehr zurückgehalten, finden die Erstunterzeichner eines Aufrufs. Für diesen werden noch weitere Unterzeichner gesucht und Menschen, die bereit sind, Hilfsinitiativen finanziell zu unterstützen. Bislang konnten seit dem 24. April bereits 60000 Euro mobilisiert werden.

Deutschland denkt zu allererst an sich selbst anstatt sich solidarisch zu zeigen. Besitzstandswahrung und der eigene Wohlstand sind der Politik offenkundig weit aus mehr wert als Menschenrechte und die Verteidigung von Freiheit und Selbstbestimmung in Europa. Drastisch zeigt sich wie zuvor schon beim Klimawandel, dass unserer Politik für die großen Herausforderungen der Gegenwart Mut und Entschlossenheit fehlen: Wohlfeile Worte und symbolische Gesten sollen beruhigen – auf Gewohntes will niemand verzichten. Statt Werte haben Konsum und Komfort Priorität, statt Gemeinwohl und Gleichheit aller Menschen der Egoismus der hiesigen Gesellschaft. Für das Aufrechterhalten seiner Wohlstandskulisse wendet Deutschland ein Vielfaches an Geld auf im Vergleich zu seinem Beitrag zur Begegnung der Krisenursachen.

Wir sind über das geringe Engagement der deutschen Bundesregierung für die Ukraine beschämt. Deutschland gibt für die Importe von Energie und Mineralölprodukten aus Russland mehr Geld aus als für die Unterstützung an die Ukraine. Seit dem Kriegsbeginn hat die Bundesrepublik nur 4 Mrd. € Hilfe direkt oder indirekt via EU für die Ukraine gezahlt, aber für den Import von Erdöl, Erdgas und Kohle etwa 3 Mrd. €  monatlich an Russland. Noch weitaus mehr gibt die Bundesregierung für die Abfederung der Kriegsfolgen in Deutschland selbst aus: 17 Mrd. € allein für das Ende März beschlossene Energieentlastungspaket, 5 Mrd. € Zuschüsse an energieintensive Betriebe und bis zu 100 Mrd. € an Krediten.

Wir wollen hiergegen ein Zeichen der Solidarität setzen, mit substantiellen Spenden über das sonst übliche hinaus. Jeder von uns spendet 3% seines Jahresgehalts oder mehr.

Wir spenden für die Ukraine an:

Stichwort: Mehr für Ukraine!

Wir fordern die Bundesregierung auf, ihre humanitäre, finanzielle und militärische Hilfe für die Ukraine massiv zu erhöhen und den Import von russischem Öl, Gas und Kohle umgehend deutlich zu verringern und schnellstmöglich zu beenden.

Deutschland hat eine besondere Verantwortung für die Ukraine, die nicht nur Opfer einer jahrelangen verfehlten Russlandpolitik Deutschlands ist. In dem von Deutschland verursachten Zweiten Weltkrieg hatte die Ukraine 8 Millionen Tote zu beklagen, hiervon 1,5 Millionen Opfer des Holocaust, mehr als eine Millionen Zwangsarbeiter wurden nach Deutschland verschleppt.

Als private Initiative konnten wir bislang etwa 60.000 € beitragen – als direkte Hilfe wie als politisches Zeichen. Wir laden ein, sich uns anzuschließen, zu spenden und den Aufruf mit zu unterzeichnen.

Kontakt: aufruf@ukraine-hilfe-sachsen-anhalt.org

Quellen: