Räder für Ukrainer

Ronald Lüngen inspiziert ein gebrauchtes Rad.

18.05.2022: City-, Mountain-, Kinder- oder Trekkingbikes – bei Ronald Lüngen steht der Hof voller gespendeter Fahrräder. Er macht sie fit für Ukrainer, die vor dem Krieg nach in Dessau-Roßlau geflohen sind.

Seit Wochen geht es so. Feierabend, Ronald fährt nach Hause – und dann beginnt die zweite Schicht. An manchen Abend steht er bis acht hinter dem Haus und schraubt an Fahrrädern. „Ich komme kaum noch hinterher.“

Dabei begann alles ganz klein. „Ich hatte zwei unbenutzte Fahrräder.“ Die brachte er in Ordnung und fand sofort Abnehmer unter den ukrainischen Flüchtlingen.

Dabei hätte er es belassen können. Doch ein Aufruf bei Facebook hatte ungeahnte Folgen: Immer mehr Leute meldeten sich bei ihm, sie würden gern ein altes Fahrrad abgeben. Alles war dabei: Von der ziemlich schrottreifen Möhre bis zum gut gepflegten sportlichen Bike. Manchmal wurden sie ihm vorbeigebracht, manchmal holte er sie ab. „Ohne die Unterstützung meines Arbeitgebers hätte ich das gar nicht machen können.“

Nach 50, 55 Stück schienen die Quellen zu versiegen. Nicht für lange, dann „ging es wieder mit einem Haufen Fahrräder los“. Es wurden so viel, dass es schwierig wurde, sie überhaupt auf dem Hof einer Doppelhaushälfte in Roßlau unterzubekommen.

Wenn er wieder eine Lieferung überholter Fahrräder zur Turnhalle der Berufsschulzentrums bringt – die erste Anlaufstelle für Flüchtlinge in Dessau – dann entdeckt er regelmäßig Räder, die schon früher seine improvisierte Werkstatt verlassen haben. Die Mühe hat sich gelohnt – sie werden benutzt.